VDH Juniorhandling Jahresfinale 2016

 

Anlässlich der Bundessiegerausstellung im Oktober fand auch dieses Jahr wieder das gut etablierte Jahresfinale statt. Wer einen spannenden Wettbewerb erwartet hat, wurde nicht enttäuscht; nicht weniger als 32 Kinder und Jugendliche traten mit ihren vierbeinigen Freunden an, um bester Juniorhandler des Jahres zu werden, der Deutschland auf der Crufts Dog Show im März vertreten darf.

 

Gerard Jipping, Richter des Finales, FCI Vize Präsident und Präsident des Raad van Beheer wuchs in einer hundebegeisterten Familie auf und hatte das Glück, immer Hunde halten zu dürfen. Nicht nur sein erster erfolgreicher Afghane stammte aus Deutschland, er hat auch seine kynologische Laufbahn in Deutschland begonnen, war als Sonderleiter aktiv, aber auch auf dem Coursing-Platz anzutreffen. Damals schon war sein erster Eindruck, dass in der Hundewelt junge Leute fehlen, und bemüht sich seitdem, Jugendliche für die Kynologie in ihrer vollen Bandbreite zu begeistern. Als Initiator der FCI Youth Group hat er einen großen Schritt unternommen, ein Programm zur Förderung des kyologischen Nachwuchses zu erarbeiten. "Die jungen Leute, die sich aktiv einbringen wollen, sollen in ihren Vereinen auch die Chance zur Mitarbeit erhalten", sagt Jipping.

 

Eine faire Chance hatte auch jeder der Finalisten beim Jahresfinale. Alle 32 qualifizierten und gemeldeten Starter sind am Sonntag erschienen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Besonders in der stark besetzten Altersklasse II konnte man viele hochkarätige Präsentationen beobachten. Natürlich, denn wer sich für das Finale qualifiziert hat, muss auf einer deutschen Internationalen Ausstellung einen Tagessieg oder aber mindestens 60 Punkte und eine Platzierung (Platz 1-3) in der jeweiligen Altersklasse errungen haben.

 

Wir dürfen stolz auf den Nachwuchs in unseren Reihen sein; drei Jugendliche vertraten den PSK, und dies so gut wie noch nie zuvor: Tabea Schneider, Lisa Katharina Hassel und Maximilian Wächter konnten sich für das diesjährige Finale qualifizieren und stellten sich dem Wettbewerb in der AK II. Besonders herauszustellen ist, das alle drei mit ihren Zwergschnauzern starteten, und sich nicht, wie es nicht selten gemacht wird, eine andere Rasse ausgeliehen hatten, die angeblich einfacher zu führen oder"showiger" sei.

 

Ebenfalls sehr erfreulich war, dass in diesem Jahr immerhin fünf männliche Teilnehmer  im weiblich dominierten Starterfeld anzutreffen waren. Jipping richtete den Wettbewerb sehr ruhig, gleichmäßig und fair. Dabei achtete er auch auf manche Trends, die sich weder im Juniorhandling- noch im Ausstellungsring einschleichen sollten. Ein solches Thema zum Beispiel ist die Kleidung. Diese darf ruhig schick sein, vor allem aber immer funktionell. "Wir sind hier nicht auf dem Laufsteg", so Jipping, "nichts soll vom Hund ablenken, und vor allem darf ein Handler nie mehr mit seiner Kleidung beschäftigt sein als mit seinem Tier!" Auch den fairen Umgang untereinander und mit den Hunden registrierte er ganz genau. Zu stramme Leinenkontrolle, ein falsches Hochheben auf den Tisch, zu wenig Lob- alles Kriterien, die die ein oder andere Platzierung beeinflussen konnten.

 

In der Altersklasse I (9-12 Jahre) starteten 12 Teilnehmer. Silas Rösch, gerade 10 Jahre alt, hat sich schon in seinem ersten aktiven Jahr für das Finale qualifizieren können. Dies ist an sich bereits eine großartige Leistung. Doch dieser Erfolgsstory setze er noch eins drauf: Liebevoll im Umgang mit seinem Foxterrier, aufmerksam und präzise den Anweisungen des Richters folgend und vor allem absolut stressfrei und mit Freude konnte er sich den ersten Platz sichern.

 

Die Altersklasse II (13-17 Jahre) war mit 20 Jugendlichen stark vertreten. Auch hier waren viele schöne Präsentationen zu sehen, und man hatte den Eindruck, das es hier nicht ganz so unbekümmert zuging wie noch in der AK I. Jedes kleinste Fehlerchen bemerkten die Vorführenden selbst am allerschnellsten, so dass bei dem ein oder anderen Teilnehmer die Anspannung wuchs.

 

Maximilian Wächter trat mit seinem Zwergschnauzer schwarz-silber an. Seine Hündin lief wie ein Uhrwerk, bis sie einige zuvor verloren gegangene Leckerchen auf dem Boden entdeckte. Auch der Umgang mit solchen Widrigkeiten zeichnet einen guten Vorführer aus. Souverän und liebevoll konnte Maximilian die Aufmerksamkeit seines Hundes wieder auf sich lenken. Diese Fähigkeit blieb auch Jipping nicht verborgen und wurde mit dem 4. Platz belohnt.

 

Den phantastischen ersten Platz  der AK II konnte sich Lisa Katharina Hassel mit ihrem schwarzen Zwergschnauzer erlaufen. Die beiden waren den gesamten Tag über ein sehr harmonisches Team, was sich besonders auch in der Standpräsentation zeigte. Frei stehend und aufmerksam schien die Hündin nur auf die nächste Aktion, das nächste Kommando zu warten.

 

Tabea Schneider war an diesem Tag einer der Sonnenscheine. Es machte viel Freude, sie und ihren Zwergschnauzer pfeffer-salz im Ring zu beobachten. Beide schienen von der Situation gänzlich unbeeindruckt, und diese Unbefangenheit war der Garant für eine fehlerfreie, vor allem aber absolut harmonische Präsentation. Tabea stand den platzierten Teilnehmern in nichts nach.

 

Beim Stechen der beiden Altersklassen um den Tagessieg wurde zu Recht laut applaudiert. Nach einwandfreien und harmonischen Präsentationen gab Herr Jipping den Tagessieg an die Gewinnerin der AK II.

 

Lisa Katharina war nach dem erhofften Sieg sprachlos. Tränen liefen, und nachdem sich das Gewühl der Gratulanten aufgelöst hatte, wurden zahlreiche Erinnerungsfotos aufgenommen. "Obwohl es bereits mein drittes VDH-Jahresfinale war, hatte ich morgens ein flaues Gefühl in der Magengegend" gibt Lisa im Nachhinein zu. "Selten sind 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Altersklasse anzutreffen, das war schon etwas Besonderes. Ebenso die Stimmung unter uns, natürlich wollte jeder den Sieg. Trotzdem gingen wir als "Sportsfreunde" zusammen in den Ring" fasst sie ihre Eindrücke zusammen.

 

Tabea, Lisa und Maximilian sind mit ihren eigenen Hunden angetreten, die sie selbst trainiert haben und die sie durch den Alltag begleiteten. Genau das ist, was diesen Wettbewerb ausmacht: Ein gemeinsames Hobby, ein faires Miteinander und die Liebe zum Partner "Hund", die nicht nur im Showring, sondern darüber hinaus besteht. Die tiefe Verbundenheit mit unseren vierbeinigen, treuen Freunden.

 

Als Jugendbeauftragte des PSK, aber auch als Mitglied der VDH AG Jugend und als (Gründungs-)Mitglied der FCI Youth Group bedanke ich mich herzlich bei Tabea, Lisa und Maximilian und gratuliere von Herzen zu diesen großartigen Leistungen. Nicht vergessen möchte ich aber auch die Eltern, Großeltern und weiteren Unterstützer, ohne die ein solches Vorankommen erst gar nicht möglich wäre.

 

Vielleicht gelingt es, beim VDH-Jahresfinale 2017 alle Farbvarianten der Zwergschnauzer zu zeigen- es fehlt hier ja nur noch die weiße Varietät. Ein vielversprechendes Team hierfür habe ich bereits im Auge...

 

Birgit Bischoff